Der Film ist tot, lang lebe der Film!

oder Totgesagte leben länger

Ursprünglich waren diese Seiten dem guten alten Film gewidmet. Jahrzehntelang an unzählige Kameras verfüttert. Auf Papier vergrößert, auf die große Leinwand projeziert. Oder eingescannt im Internet präsentiert. In niedriger Auflösung, wegen der Bandbreite. So war auch die Digitalfotografie zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Fotos für den Bildschirm. Echte™ Fotos machte man gefälligst auf Film.

Und nun, 16 Jahre nach dem Millenium, hat die digitale Fotografie den Film fast verdrängt. Wer heute noch auf Film fotografiert, ist ein Überzeugungstäter. Und der Film kann auch im digitalen Zeitalter noch überzeugen. Auf Papier vergrößert, in der Projektion auf einer Leinwand oder durch die Lupe auf dem Leuchttisch. Sogar ein gescanntes Stück Film transportiert in einem digitalen Medium wie dem Internet durch eine charakteristische Struktur seinen analogen Charme, obwohl es nur eine Aneinanderreihung von Pixeln ist. Analog rauscht es sich schöner ;-)

Die Digitalfotografie hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Kameras mit Sensoren so groß wie ein Stück Kleinbildfilm sind den meisten Filmscannern bereits überlegen und der digitale Workflow hat durchaus seine Vorteile: Keine Tüten voller Filmrollen bei der Röntgenkontrolle am Flughafen, kein Pfusch im Labor bei der Entwicklung. Und letzteres ist leider dem Umstand geschuldet, dass es kaum mehr gescheite Labore gibt; zu unrentabel ist der Betrieb, was auf Dia-Filmentwicklung ganz besonders zutrifft. Eigentlich schade, denn das Dia ist bezüglich seiner Projektionsqualität immer noch unerreicht. Kaum ein halbwegs erschwinglicher Digital-Projektor ist derzeit in der Lage, die von einer aktuellen Digitalkamera festgehaltenen Bildinformationen verlustfrei auf eine Leinwand zu projizieren. Noch nicht.

Auf diesen Seiten zeigen wir Neues und Altes, Analoges und Digitales. Kameras kommen, Kameras gehen, aber Eindrücke bleiben.


Jörg Tillmann

Mimi Nagelschmidt